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Realdaten aus Parkmanövern: VIRTUAL VEHICLE unterstützt Easelink mit realen Fahrzeugdaten

Ein Elektroauto laden,
ohne ein Kabel anzustecken? 

Das ist die Idee hinter Matrix Charging® von Easelink. Damit das zuverlässig funktioniert, muss das Fahrzeug präzise über dem Ladepad stehen. In einer gemeinsamen Forschungsdienstleistung haben VIRTUAL VEHICLE und Easelink dafür Messdaten aus realen Parkszenarien erhoben. Sie dienen der Weiterentwicklung und Validierung des Positionierungsalgorithmus für das automatisierte Laden.

Automatisiertes Laden setzt eine exakte Relativposition zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur voraus. Sobald das Fahrzeug über dem Matrix Charging Pad steht, senkt sich ein Connector vom Unterboden ab und verbindet sich vollautomatisch mit dem Pad, ohne manuell ein Ladekabel anstecken zu müssen. Für autonomes Fahren und Parken ist das eine Schlüsseltechnologie, weil der Ladevorgang selbst ohne menschliches Zutun abläuft. 

 

Für die Positionierung hat Easelink gemeinsam mit NXP Semiconductors ein Positioniersystem auf Basis von Ultra-Wideband-Technologie (UWB) entwickelt, das bereits im Realbetrieb eingesetzt wird. UWB-Module im fahrzeugseitigen Connector und im Ladepad messen den Abstand in Echtzeit über Time-of-Flight-Messungen. Aktuell zeigt das System die Zielposition im Fahrzeug an und führt die fahrende Person beim Anfahren. Damit im automatisierten Betrieb das Fahrzeug diese Aufgabe übernimmt, muss der nächste Entwicklungsschritt beim Positionierungsalgorithmus ansetzen – hierfür sind belastbare Daten aus realen Parkmanövern essenziell. 

Fahrzeugdaten aus der evodis-Umgebung

An dieser Stelle setzt die Zusammenarbeit an: VIRTUAL VEHICLE bringt das Fahrzeug samt Fahrzeugtechnologie in Form der Innovationsumgebung evodis ein, Easelink das automatisierte Ladesystem. Dabei wird von VIRTUAL VEHICLE auf das Flagschiff evodis PRIME zurückgegriffen – evodis PRIME ist eine offene Fahrzeugplattform, die Forschungs- und Kooperationspartnern Zugang zu einer serienähnlichen Fahrzeugarchitektur gibt. Damit agiert VIRTUAL VEHICLE als „Demo-OEM“ und stellt direkten Zugang zu Fahrzeugdaten aus dem Realbetrieb bereit. So lassen sich fahrzeuggenerierte Signale erheben, die in einem Entwicklungs-Setting normalerweise nicht zugänglich sind. 

 

Ziel von Easelink ist es, den Positionierungsalgorithmus mit fahrzeuggenerierten Realdaten weiterzuentwickeln. Kern der Kooperation ist in einer ersten Phase die Erhebung von Fahrzeugdaten aus Parkszenarien für das Positionieren über dem Ladepad. Die Daten und das Wissen aus dem Fahrzeug werden gesammelt und für die Validierung des Algorithmus bereitgestellt.

Michael Glitzner-Bernsteiner, Head of Solutions & Research Services, VIRTUAL VEHICLE:

„Mit evodis PRIME setzen wir auf eine reale Innovationsumgebung für softwaredefinierte Fahrzeuge. Auf unserer Fahrzeugplattform mit umfassenden Zugriffsmöglichkeiten beschleunigen wir die Entwicklung digitaler Services und bringen die Mobilität von morgen schneller auf die Straße.“

Von der Signalauswahl zum Datensatz

Wie lief das nun im Detail ab? In einem ersten Schritt haben beide Teams ein gemeinsames Systemverständnis erarbeitet und die Randbedingungen für die Fahrzeug-zu-Pad-Positionierung in Parkszenarien bei niedriger Geschwindigkeit festgehalten, einschließlich der fahrzeugseitigen Rahmenbedingungen der evodis-Umgebung.  

 

Danach wurden die relevanten Signale für die Positionierungs-Use-Cases ausgewählt, im Fahrzeug verfügbar gemacht und auf Plausibilität, Qualität und Eignung geprüft. Anschließend definierten beide Seiten die Manöver im Detail und erhoben bei VIRTUAL VEHICLE in zwei Testläufen einen Beispieldatensatz aus ausgewählten Parkmanövern bei kontrollierter Geschwindigkeit. 

 

Nach der Datenqualitätssicherung stellte VIRTUAL VEHICLE die Datensätze über eine Austauschplattform bereit, welche von Easelink analysiert und technisch bewertet wurden. 

Lukas Trippolt, Product Manager, Easelink:

“Die Realdaten aus evodis PRIME schaffen die Grundlage dafür, unseren Positionierungsalgorithmus anhand des tatsächlichen Fahrzeugverhaltens weiterzuentwickeln. So können wir die Genauigkeit und Robustheit der Fahrzeug-zu-Pad-Positionierung noch weiter erhöhen. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum vollautomatisierten Laden mit Matrix Charging.”

Ausblick

Im Rahmen der ersten Phase dieser Forschungsdienstleistung wurden fahrzeugseitige Daten als Grundlage für die Weiterentwicklung der Positionierungslogik gesammelt, bevor in der nächsten Phase das Gesamtsystem ganzheitlich getestet wird.  

Was die Zusammenarbeit bringt

Für Easelink entstehen fahrzeuggenerierte Realdaten, die eine Analyse und Machbarkeitsbewertung erlauben, ohne ein eigenes Fahrzeug aufbauen und instrumentieren zu müssen. Für VIRTUAL VEHICLE zeigt das Projekt, wie die evodis-Umgebung als Forschungs- und Erprobungsplattform für Zulieferer und Technologieanbieter nutzbar ist.  

Sie möchten Ihre Technologie unter realen Fahrzeugbedingungen erproben?

 

Dann kontaktieren Sie uns unter: michael.glitzner-bernsteiner@v2c2.at

Auf einen Blick

Partner  

Easelink GmbH, Virtual Vehicle Research GmbH 

 

Thema 
Realdatenerhebung für die Fahrzeug-zu-Pad-Positionierung
 
Plattform  

evodis PRIME – Batterieelektrisches Realfahrzeug mit umfassenden Zugriffs- und Testmöglichkeiten 

 

Nächster Schritt 
Phase 2 zur Erprobung von Verbesserungspotentialen in realem Setting